Abdichtung der Handbremswelle – die zweite Runde
Veröffentlicht von Arno Radmacher in Getriebe · Sonntag 28 Jun 2026 · 2:30
Tags: Handbremswelle , Wellendichtring, O, Ring , Zwischenring , Undichtigkeit , Abdichtung , Reparaturbericht, Werkstattbericht, Bremse, Oldtimer, Reparatur
Tags: Handbremswelle , Wellendichtring, O, Ring , Zwischenring , Undichtigkeit , Abdichtung , Reparaturbericht, Werkstattbericht, Bremse, Oldtimer, Reparatur
Abdichtung der Handbremswelle – die zweite Runde
Nach dem Austausch des Wellendichtrings am Deckel beziehungsweise Zwischenring zeigte sich bereits nach der ersten längeren Fahrt, dass die Undichtigkeit weiterhin bestand. Damit war klar, dass der Wellendichtring nicht die eigentliche Ursache gewesen sein konnte. Als nächster Verdächtiger blieb der O-Ring, der den Zwischenring nach außen abdichtet.
Da der Ausbau des Deckels erfahrungsgemäß nicht immer problemlos verläuft, habe ich mich zunächst nach einem Ersatzteil umgesehen. In verschiedenen Berichten wurde beschrieben, dass der Deckel beim Herausziehen beschädigt werden kann, insbesondere wenn der O-Ring auf der Dichtfläche festgebacken ist. Manche lösen den Deckel, indem sie ein Gewinde einbringen und ihn mit einer Schraube herausziehen. Wegen der Gefahr, den Deckel zu durchbohren und Späne in das dahinterliegende Lager einzubringen, kam diese Methode für mich jedoch nicht infrage. Erst nachdem ich einen Ersatzdeckel und den passenden O-Ring zur Verfügung hatte, begann ich mit der Reparatur.
Nach der Demontage der umliegenden Bauteile zeigte sich, dass der Deckel glücklicherweise nicht festgeklebt war. Der O-Ring war vollständig mit Öl benetzt, was das Lösen erleichterte. Um den Deckel herauszubekommen, fräste ich mit dem Dremel zunächst zwei kleine, gegenüberliegende Hinterschneidungen ein. Dadurch ließ sich der Deckel mit einem Schraubendreher zwar leicht bewegen, der spröde Guss brach jedoch an einer Stelle aus. Mit einer kleinen Trennscheibe konnte ich anschließend stabilere Ansatzpunkte schaffen. Danach ließ sich der Deckel Stück für Stück heraushebeln und schließlich abnehmen.
Im ausgebauten Zustand war die Ursache eindeutig zu erkennen: Der O-Ring war offenbar trocken montiert worden und ringsum beschädigt. An mehreren Stellen fehlte Material, sodass keine zuverlässige Dichtwirkung mehr vorhanden sein konnte. Dass die Undichtigkeit zuvor nicht stärker aufgefallen war, lag vermutlich an Schmutzablagerungen am Zwischenring, die über die Jahre eine gewisse zusätzliche Abdichtung bewirkt hatten. Nach der Reinigung im Zuge einer früheren Reparatur war diese unbeabsichtigte Abdichtung nicht mehr vorhanden.Bei der Instandsetzung habe ich den zuvor erneuerten Wellendichtring vorsorglich nochmals ersetzt. Anschließend wurde die Nut des Zwischenrings, die Dichtflächen und die Welle sorgfältig gereinigt und geprüft. Die Lauffläche des Wellendichtrings habe ich mit feinem Polierleinen leicht nachgearbeitet. Der neue O-Ring wurde aufgezogen und großzügig mit Silikonfett versehen; alternativ wäre auch Bremszylinderpaste geeignet. Danach setzte ich den Deckel vorsichtig über die Welle, um den neuen Wellendichtring nicht zu beschädigen. Da sich der Deckel von Hand nicht vollständig eindrücken ließ, nutzte ich das Bremsschild mit den drei Befestigungsschrauben, um ihn gleichmäßig anzuziehen, bis der O-Ring sauber über die Kante der Bohrung rutschte. Anschließend ließ sich der Deckel von Hand bis zum Anschlag einschieben.
Damit war die eigentliche Abdichtung abgeschlossen und der Zusammenbau konnte erfolgen. Wichtig ist dabei, die Ausgleichsscheiben wieder korrekt einzusetzen.
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